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Stutenbissigkeit und Häme TEIL 3

Thematisieren wir eine unschöne Seite von uns Frauen und klären unser Verhalten.

Frauen können andere Frauen mit ihren Kommentaren herabsetzen und mit ihren Blicken taxieren und vernichten. Sie tuscheln und tratschen, sie kritisieren und verletzen mit Äusserungen betreffend Figur und Aussehen hinter vorgehaltener Hand. Vermutlich sind sie sich ihres Verhaltens nicht immer bewusst. Kleintreten und schlechtmachen gehört gar nicht zur feinen Art und ist keine positive Charakterstärke.

Werden wir gefragt und äussern uns ehrlich dazu, reicht das. Ich gehe eine Wette ein, dass dann die Lästermäuler ziemlich kleinlaut werden oder zumindest milder, ausser es handelt sich gezielt um Mobbing. Teenager können grossen Schaden nehmen, insofern sollten wir auch unsere Mädchen dazu anhalten, sich ihres Verhaltens bewusst zu werden.

Der Neid Faktor

Psychologen zufolge spielt der Neid-Faktor hierbei eine entscheidende Rolle. Oft macht das Äussere Frauen zu Rivalinnen. Psychologin und Coach Sandra Jankowski aus Berlin weiss: "Man achtet immer auf das, was an Konkurrenten besser und schöner ist, das stachelt an und bei mangelndem Selbstwertgefühl kommt es zu einem Konkurrenzkampf. Frauen tratschen dann hinterlistig und versuchen, die andere schlecht zu machen. Sie freuen sich über Misserfolge der anderen. Damit baut man sich selbst auf und wertet sich auf."

Das Muster: Hebt sich eine Frau irgendwie aus einer Gruppe hervor, wird ihr die Zugehörigkeit zu der Frauen-Gruppe verwehrt. Frauen wissen, dass Männer sich von attraktiven Frauen angezogen fühlen. Deshalb stellen sie eine besonders gefährliche Konkurrenz dar, die es "auszuschalten" gilt.

Wie fühlt es sich in der Schusslinie an?

Neid muss man sich verdienen, davon halte ich nichts. Doch ich möchte näher darauf einzugehen, wie es sich anfühlt als Konkurrenz oder Rivalin angesehen zu werden.

Unangenehme feindliche Blicke wandern unverblümt rauf und runter, taxieren und mustern. Sie lassen dich ihre Missgunst, ihren Neid spüren. (Und das soll man sich verdient haben?) Mein Mann sagt dann manchmal zu mir: "Hast du gesehen, wie du gemustert wirst?" Natürlich habe ich es registriert und ich spüre es. Sind es mindestens zwei, werden dann auch Kommentare getauscht. Meinen Mitmenschen begegne ich zugewandt und nicht mit Verachtung oder Ablehnung. In jüngeren Jahren machte mich dieses herabsetzende Verhalten wütend, es verletzte mich, inzwischen registriere ich es einfach und ich weiss es hat mit mir nichts zu tun. Ich gehe darüber hinweg und es wird weniger, mit 60 Jahren wird man nicht mehr so oft als Konkurrenz angesehen.

Halten wir dagegen

Wer über andere lästert macht sie nicht hässlicher. Aber dich!

Sind wir ehrlich und gestehen uns ein, dass wir alle schon gelästert haben. Es muss uns nicht alles gefallen. Doch ist unsere Meinung ungefragt wirklich massgeblich für unser Leben? Wollen wir uns zynisch, eifersüchtig, hämisch oder verletzend verhalten? Ich bin mir sicher, die meisten sind sich einig, NEIN. Solange wir mitmachen, auch stillschweigend subventionieren wir dieses Verhalten, andere Frauen wegen ihres Aussehens oder ihrer Figur zu taxieren. Steigen wir aus, beteiligen wir uns nicht mehr, räumen mit solchen Situationen auf und klären, dass wir nicht mehr Teil davon sind. Denken wir uns unsere Kommentare und belassen es dabei, wenn es nicht ohne geht. Werden wir uns bewusst, dass wir wiederum ungebeten eine Frau beurteilt haben.

Anstelle der Häme wäre ein ernst gemeintes Kompliment eine echte Weiterentwicklung. Und je mehr wir uns auf die schöne Einzigartigkeit eines jedes Einzelnen konzentrieren, desto mehr fällt sie uns auf. Anerkennen wir mit Herz die Vielfalt und Schönheit eines Jeden. Seien wir uns gewiss, die liebevoll zugewandte und neidlos anerkennende Seite unseres Wesens wird uns in jeder Hinsicht bereichern. Sie macht uns schön. Seien wir Teil des neuen Weges.

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